Finya – Deutschlands älteste kostenlose Singlebörse im Test

Finya gehört zu den ältesten Singlebörsen in Deutschland. 1,2 Millionen Mitglieder sind hier angemeldet und nutzen das vollständig kostenlose Angebot, um zu flirten, einen Partner zu finden oder nette Bekanntschaften zu machen. Das Portal wurde 2001 in Hamburg als ursprünglich kleines Projekt gegründet und verselbstständigte sich im Laufe der Zeit. Finanziert durch Werbung, bietet Finya eine Menge an Funktionen, für die bei anderen Börsen tief in die Tasche gegriffen werden muss. Meist sind mehrere tausend Nutzer gleichzeitig online, so dass es hier nie langweilig wird. Auch der Name ist sehr passend gewählt: „Finya“ ist ein Wortspiel aus den englischen Wörtern „find you“.

Flirtwillige Männer im Überschuss – Finyas Mitgliederstruktur

Finya bezeichnet sich selbst als Dating-Portal oder auch als Dating-Community. Dabei fungiert sie nicht nur als Singlebörse, sondern ist auch gleichzeitig ein Social Network. Die Absichten für eine Mitgliedschaft sind sehr unterschiedlich: Von der Partnersuche über die Lust auf ein paar nette Flirts oder die Möglichkeit, einfach ein paar nette Bekanntschaften zu machen und Freundschaften zu schließen, ist alles dabei. Praktischerweise kann man auf seinem Profil ankreuzen, wonach genau man auf der Suche ist. Mehrfachnennungen sind möglich und werden gern genutzt. Viele wollen durch Finya ungezwungen in die Welt der Singlebörsen hineinschnuppern, daher eignet sich das Portal vor allem für Einsteiger und jeden, der noch nicht genau weiß, wonach er eigentlich sucht.

Die meisten Nutzer bei Finya sind über 30, jedoch findet man auch zahlreiche junge Leute in der Community. Vor allem der norddeutsche Raum ist hier stark vertreten, was auf die frühe Gründung der Dating-Seite in Hamburg zurückzuführen ist. Berufsgruppen sind so gut wie alle vertreten, da der Anbieter im Gegensatz zu vielen Partnerbörsen keine bestimmte soziale Schicht speziell anspricht. Aufgrund der fehlenden Mitgliedergebühr tummeln sich hier jedoch auch einige Fakes herum – so wird nicht selten versucht, die User zu überreden, sich bei einem anderen Portal anzumelden. Solche Spam-Mails werden jedoch in den meisten Fällen vom System selbst gefiltert und landen in einem separaten Posteingang.

Was beim Betrachten der Mitgliederstruktur besonders auffällt, ist das Geschlechterverhältnis. Männer sind hier mit einem Anteil von etwa 60 % eindeutig in der Überzahl, was sich auch auf die Kommunikation niederschlägt. Wie unser Test ergeben hat, kann man sich als weibliches Mitgliedhäufig vor Anfragen und Nachrichten kaum retten, wobei die meisten sehr freundlich und nur vereinzelt sexueller Natur sind. Während man also als Frau die Qual der Wahl zwischen all den Anwärtern hat, warten die Männer sehr lange auf Nachrichten. Aus dem Grund fühlen sich die männlichen Mitglieder dazu gezwungen, massenhaft Mails an das andere Geschlecht zu versenden, in der Hoffnung, so die Chancen auf eine neue Bekanntschaft zu erhöhen.

Partnersuche auf eigene Faust

Finya ist eine Datingbörse, das heißt im Gegensatz zu Partnervermittlungen, bei denen einem passende Singles vorgeschlagen werden, nimmt man hier die Suche selbst in die Hand. Man benutzt verschiedene Filter und lässt sich anschließend die passenden Treffer anzeigen. Die Suchkriterien umfassen unter anderem die Altersspanne, Ort samt Umkreissuche, optische Aspekte wie Augen- und Haarfarbe, Sternzeichen und so weiter. Zudem kann man sich auch nur Mitglieder anzeigen lassen, die ein Foto von sich hochgeladen haben.

Zahlreiche Funktionen ermöglichen die Partnersuche

Finya bietet für eine kostenlose Börse sehr viele Funkionen an. So haben Mitglieder zahlreiche Möglichkeiten, passende Partner oder Bekanntschaften zu finden. Der klassische Weg führt über die Filter-Suche, allerdings kann man sich auch die Liste seiner letzten Profilbesucher vornehmen und sich dort umschauen. Ganz neue Mitglieder aus der Nähe werden zudem direkt auf der Startseite angezeigt, so dass man diese direkt unter die Lupe nehmen kann. User, die einem gefallen und die man vielleicht später anschreiben will, kann man auf eine Merkliste setzen und eine private Notiz hinzufügen.Außerdem kannst du bei Gefallen hier oder in der Galerie mit Leuten, passend zu deinen Suchkriterien, auf ein Herz klicken. Hat das markierte Mitglied dich ebenfalls mit einem Herz versehen, so kommt es zu einem Match und ihr werdet beide sofort benachrichtigt. Als kleine spaßige Zusatzfunktion gibt es das „Voting“: Dabei klickt man sich durch die Bilder anderer Nutzer und bekommt auf diese Weise zufällige Profile zu Gesicht. Das attraktivere der beiden Userfotos wird ausgewählt, wurden genug Stimmen gesammelt, erhält das Mitglied eine Bewertung seines Fotos.

Grenzenlose Kommunikation

Hat man sich das Objekt seiner Begierde ausgesucht, kann die Kommunikation auf viele Arten beginnen. Eine persönliche Nachricht zu verfassen geht immer, jedoch kann man auch einen Gästebucheintrag auf dem Profil des Mitglieds hinterlassen oder live chatten. Da es keine Premium-Optionen bei Finya gibt, sind die Anzahl der Mitteilungen, die man verschicken und empfangen kann, unbegrenzt.

Zudem wird durch einen grünen Punkt signalisiert, wer gerade online ist oder es während der letzten 24 Stunden war. Bei kostenlosen Singlebörsen häufig ein Problem sind die sogenannten „Profil-Leichen“, also angemeldete User, die noch einen Account besitzen, das Portal aber nur noch selten oder gar nicht nutzen. Bei Finya hingegen signalisiert ein dreistufiger Balken, wie oft ein Mitglied im Schnitt aktiv ist. So gerät man nicht in Gefahr, jemanden anzuschreiben, der gar nicht mehr wirklich erreichbar ist.

Wie ist ein Nutzerprofil aufgebaut?

Die Profile bei Finya, auch Visitenkarten genannt, liefern bereits viele Informationen über seine Besitzer. Neben Pseudonym, Alter und Profilfoto erfährt man gleich etwas über die Lebenssituation des Mitglieds, wie zum Beispiel den Wohnort, den Beziehungsstatus und ob ein Kinderwunsch besteht. Zudem kann angegeben werden, wonach genau man hier auf der Suche ist: einem festen Partner, einem Flirt, jemandem für Unternehmungen oder einer Bekanntschaft. Durch die Angabe einer Altersspanne können die Ergebnisse hier zusätzlich eingegrenzt werden. Die Punkte „Ausbildung und Beruf“ und „Äußerliches“ liefern weitere Basisdaten.

Spezieller und interessanter wird es mit den „100 Fragen“, welche sich um Liebe und Partnerschaft, den Charakter, den Lebensstil, die Interessen und den Beruf drehen können. All die Fragen zu beantworten erfordert viel Zeit, ist aber kein Muss. In dem Fall kann man auch nur die für einen selbst wichtigsten beantworten, da sie die Chancen erhöhen, angeschrieben zu werden. Denn eine witzige oder überraschende Antwort kann anderen Mitgliedern schnell eine individuelle Einstiegsmöglichkeit in ein Gespräch bieten. Schneller funktioniert hingegen die Angabe von Dingen, die man mag oder eben nicht. Hier reichen einzelne Begriffe als Antwort aus. Und wer einfach nur anklicken will, was ihm gefällt, der wird unter dem Punkt „Lieblingsmarken“ fündig. Hier können Präferenzen im Auto, Lebensmittel- oder Shoppingbereich ausgewählt werden.

Einschränkungen und Besonderheiten

Für eine kostenlose Singlebörse ist Finya recht seriös. Man findet hier keine Lockangebote oder Abofallen, alle Funktionen sind für jeden gratis und sollen es laut Angaben des Portals auch bleiben. Selbst die genaue Bildkontrolle ist ein Service, der nicht selbstverständlich ist. Dafür müssen Nutzer allerdings auch ein paar Dinge in Kauf nehmen. So können die vielen Werbebanner und Pop-Ups auf Dauer etwas nerven, ebenso, wie die Suche nach dem passenden Profilfoto. Dieses sollte idealerweise eine bestimmte Größe haben und im Querformat sein, zudem muss man aufgrund der Kontrollen manchmal eine halbe Ewigkeit warten, bis das Bild freigegeben wird. Bei der Umkreissuche fehlen die nötigen Feinheiten, da sie mit einer Auswahl von 25, 50, 100 und 200 Kilometern Umkreis nur sehr grob definiert werden kann. Auch an einer passenden App oder einer wirklich praktischen Ansicht für Mobiltelefone mangelt es Finya.

Was die Sicherheitsvorkehrungen angeht, so versucht man bei bei dem Portal intensiv, durch die Bildkontrollen und das Aussortieren von Spam-Mails, Fake-Profilen entgegen zu arbeiten. Außerdem kann man sich nicht mit mehr als einem Account von einem Endgerät registrieren, was die Erstellung von mehreren Profilen verhindert. Einen etwas unklaren Punkt stellt hingegen die mögliche Auswahl der Lieblingsmarken bei Finya dar: Zwar wird dem Nutzer versichert, dass das Portal keine Daten an Dritte weitergibt, dennoch ist es fraglich, was genau mit diesen Informationen passiert und ob sie nicht doch zu Werbezwecken missbraucht werden.

Schnelles Registrieren und Kündigen

Die Anmeldung geht schnell und unkompliziert. Man nennt das Geschlecht des Partners, nach dem man sucht, gibt seine E-Mail-Adresse und sein gewünschtes Pseudonym an. Dieses dient der Wahrung der Diskretion der User und kann später nicht nochmal geändert werden. Anschließend legt man noch das Kennwort fest und nennt seinen Geburtstag. Nach der Anmeldung wird der Account über einen Link in der Bestätigungs-E-Mail aktiviert und man kann sofort mit dem Flirten loslegen. Um die Chancen zu erhöhen, sollte zuerst ein Profilbild hochgeladen werden. Wie oben erwähnt, kann die Überprüfung des Fotos einiges an Zeit in Anspruch nehmen. Derweil kannst du dich bereits auf den Profilen von anderen Mitgliedern umschauen.

Eine Premium-Mitgliedschaft oder ein vergleichbares Upgrade gibt es bei Finya nicht. Alle User werden gleichwertig behandelt und profitieren dauerhaft von einer kostenlosen Mitgliedschaft. Will man diese beenden, muss man nur wenige Klicks in seinem Benutzerkonto vornehmen, alternativ funktioniert eine Kündigung auch über eine E-Mail an den Kundenservice. Allerdings ist dieser Schritt unwiderruflich und sollte vorher gut durchdacht sein. Profile, die einige Monate nicht genutzt wurden, werden zudem automatisch gelöscht.

Mangelnder Kundenservice

Bei einer rein durch Werbung finanzierten Singlebörse sollte man keinen sehr umfangreichen Service erwarten. Dies trifft auch bei Finya zu. So gibt es hier keine Hotline, an die sich Mitglieder wenden können und ein ausgewiesenes Online-Kontaktformular existierte zum Zeitpunkt unseres Tests leider auch nicht. Eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer sind zwar angegeben, richten sich aber eher an Businesspartner oder an Behörden. Die wichtigsten Fragen kann man jedoch online über die Hilfe-Rubrik klären. Außerdem lassen sich andere Mitglieder auch ohne Kundenservice umgehend sperren, zudem hat man gleichzeitig die Möglichkeit, den Account – sollte es sich um Fake oder Spam handeln – beim Finya-Team zu melden.

Fazit: Für wen taugt Finya was?

Trotz einiger Nachteile wie dem mangelhaften Kundenservice und der fehlenden Möglichkeit, Finya auch mobil zu nutzen, ist die Singlebörse laut unserem Vergleich zu empfehlen. Vor allem, wenn du noch kein Experte in Sachen Online-Dating bist, kannst du dich hier erst mal ausprobieren. Wer allerdings auf der Suche nach einem festen Partner ist und dabei nicht viel Zeit verlieren will, ist bei Finya eher nicht richtig. Frauen werden hier zwar sehr häufig angeschrieben, müssen jedoch viel Geduld aufbringen, um die Spreu vom Weizen zu trennen, während die männlichen User in der großen Bandbreite an Konkurrenten unterzugehen drohen. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, hier nette Leute kennenzulernen, groß. Wen also die Werbung nicht sonderlich stört und wer Lust auf ungezwungene Kommunikation hat, sollte nicht zögern und sich bei Finya anmelden.

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